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From Matthias Müller <matth_mueller_...@posteo.de>
Subject Re: Re: Bildverankerung, Bildbeschriftung
Date Sun, 18 Dec 2016 16:22:18 GMT
Hallo Holger,

Am Sonntag, 18. Dezember 2016, 13:16:53 schrieb Holger Schulz:

Snip
> Vorgabewert bei "Horizontal" scheint "Mitte" zu sein. Da würde ich gern so
> lassen, um das Bild zu zentrieren. Spricht da etwas gegen?
Eigentlich nicht, ich habe für mich entschieden, dass es immer links und oben 
ist. Wichtig ist, nach meinen Erkenntnissen, dass für beide Parameter das 
gleiche Bezugsobjekt (Absatz, Seite, Zeichen) eingestellt ist.

> Das bedeutet
> denn wohl "zentriert bezüglich des Absatzes", nicht "zentriert bezüglich
> der Seite(nbreite)", oder?
Richtig, wenn am Absatz verankert wird.

Snip
> > Der Anker ist der Aufhängepunkt, …
Snip

> Als Ursprung?
> 
> > eines Koordinatensystems vor
Ja

Snip
> Ah, cool. Bin nicht darauf gekommen, dass die Abstandseinstellung beim
> Umlauf auch gelten, wenn "Kein" Umlauf ausgewählt ist.
Tun sie

> > Wenn du das Bild in einen eigenen Absatz einfügst, kannst du Ränder nach
> > oben und unten auch durch die Absatzformatierung definieren.
> 
> OK. Ich mach's lieber über den Umlauf, dann muss ich an den
> Absatzeinstellungen nichts schnitzen und kann die aus der Absatzvorlage
> übernehmen.
Manchmal muss man es so machen, vor allem dann, wenn ein Seitenwechsel mitten 
im Absatz ist. Aber da hat ja schon jemand was dazu geschrieben (find die Mail 
auf die Schnelle nicht)

Snip
> Eigentlich wollte ich das Bild in dem Fall an dem Absatz verankern, zu dem
> es inhaltlich gehört und dann an dessen Ende setzen. Mittlerweile neige ich
> dazu, es in einen eignen, textfreien Absatz zu packen, an dem man es
> verankert. Das wurde hier ja auch schon geraten.
Manchmal ist das einfacher.

Probleme bereitet das dann, wenn Absätze umsortiert werden müssen. Dann muss 
das Bild und der Bildabsatz mit dem eigentlich zugehörigen Textabsatz mit 
umsortiert werden. Muss man dran denken.

Snip
> Ja, ich habe hier auch ein LibreOffice installiert. Das unterschiedet sich
> aber nicht signifikant vom OO,
Stimmt

> dass es für mich als Alltagswerkzeug.
Äh, stutz, Komma, Fragezeichen?

> Da
> bleibe ich ganz langweilig beim Bewährten.
Und das ist was?

Snip
> > Mich würde mal interessieren, welche Gründe gegen die Verwendung von
> > Computern zum Verfassen von solchen Berichten sprechen.
> 
> 1. Die Schüler verwenden viel Zeit dafür, mit dem
> Computer/Textbearbeitungsprogramm klar zu kommen. Dann meinen sie noch,
> wild 'rumformatieren zu müssen. Dann wird hier noch 'ne unpassende
> Schriftart und dort ein unpassender Schriftschnitt ausgewählt, die
> Seitenzahlen falsch eingebunden und unpassende Bilder auf ein vollgemülltes
> Deckblatt appliziert. Die Zeit die sie damit verschwenden, fehlt ihnen am
> Inhalt, an der Rechtschreibung, an der Grammatik, am Satzbau, an der
> Zeichensetzung und am Korrekturlesen.
Dafür muss eine fundierte Ausbildung/Einweisung in eine Textverarbeitung her.

> 
> Computergetippte Texte sind in diesem Sinne fast immer deutlich schlechter
> als Handgeschriebenes. Da findet man mehrzeilige  Wortansammlungen, die
> nicht andeutungsweise wie Sätze strukturiert sind.
Ja, weil man sich auf die Form und nicht auf den Inhalt konzentriert. Auf den 
Inhalt konzentrieren kann man sich aber nur dann, wenn man weiss wie man die 
Form hinbekommt.
Aber das ist auch bei Studenten nicht anders. 

> 2. Die Kollegen, die die getippten Texte haben wollen, scheren sich einen
> Scheiß darum, ob die Schüler überhaupt mit einer Textbearbeitung umgehen
> können.
Tja, was soll ich dazu sagen.

> Noch schlimmer: häufig machen sie irgendwelche Vorgaben oder geben
> Muster heraus, die katastrophal falsch formatiert sind. Dann lernen die
> Schüler etwas Falsches.
Siehe oben, aber damit kämpft man auch in der betrieblichen Praxis, wenn das 
Corporate Design nur mit Verrenkungen in einer Textverarbeitung umgesetzt 
werden kann oder Makros haarsträubende Programmierfehler enthalten.

> Oder sie lernen es erst richtig und kriegen dann
> falsche Beispiele vorgesetzt. 
> Was erzähle ich eigentlich Schülern, die
> verstanden haben, warum man seine Überschriften nicht unterstreichen
> sollte, die dann Vorgaben wie "Überschriften unterstreichen" für einen
> Projektbericht kriegen? 

> "Macht's richtig und riskiert Punktabzug."
Das machen dann Schüler mit Rückgrat, die dann irgendwann als 
Querulanten/notorische Besserwisser oder schlicht als unfähig sich an Vorgaben 
zu halten, verschrien sind. 

> oder
> "Macht's falsch, obwohl ihr's besser wisst."?
Tja, das wird die grosse Masse sein, die keinen Ärger wollen.

> > Snip
> > 
> >> 'Rumprobieren ist eines der größten Probleme in der Computernutzung. Auch
> >> beim Texte tippen "arbeiten" viele Leute so. Man weiß, was dabei so
> >> 'rauskommt.
> > 
> > Du wirst nicht drum herum kommen. Allerdings würde ich das nicht
> > "rumprobieren" nennen, sondern hoch offiziell "experimentieren".
> 
> Du meinst durch einen genehmen Begriff kann man den Inhalt ändern?
Nee, aber es klingt besser :-)

> 
> >> Ich habe aber auch den Anspruch an mich, solche Dinge zu verstehen. Wenn
> >> ich schon dieses Programm nutze, dann will auch wissen, was gespielt
> >> wird und in welcher Tonlage.
> > 
> > Als Lehrer hast du ein wissenschaftliches Studium hinter dir.
> 
> Auch wenn das in diesem Fall zutrifft, ist der Schluss nicht korrekt.
> 
> > Dann weißt du
> > auch, dass Erkenntnis auf Versuch und Irrtum, also Experimenten,
> > Hypothesen, Theorien und Bestätigung/Widerlegung basiert.
> 
> Das klingt sehr naturwissenschaftlich. Wenn die Verwendung einer
> Textbearbeitungssoftware tatsächlich Gegenstand wissenschaftlicher
> Forschung sein sollte (was ich zunächst mal bezweifle), so dann in der
> passenden Disziplin. 
Sie ist kein Gegenstand einer Forschung im klassischen Sinn, aber durchaus 
wert mit genau diesen Methoden untersucht zu werden. Betrachte es als 
Metapher.

> Informatik ist keine Naturwissenschaft.
Naturwissenschaft im klassischen Sinn nicht. Aber was ist klassische 
Naturwissenschaft? Moderne Quantenphysik geht nicht ohne Mathematik. 
Informationstheorien genauso wenig.
Informatik ist ein Ableger der Mathematik, Mathematik ist ein Hilfsmittel in 
allen Wissenschaften und deswegen darf ich auch die Informatik zu diesen 
Hilfsmitteln zählen.
Für mich ist Mathematik (und damit auch die Informatik) ein Stück weit 
Naturwissenschaft. Nur so als Beispiel: die Forschungen zum Thema KI, 
autonomes Fahren usw.

> Die Empirie
> kann man sich sparen. Die Software ist zu einem bestimmten Verhalten
> designt. Dieses muss also nicht experimentell ermitteln, weil es schon
> bekannt ist (oder sein sollte -- in diesem Fall, ist es ja mir nicht
> bekannt).
Es werden durch die Software/Algorithmen Regeln definiert. Diese Regeln 
unterschiedlich verwendet, können unterschiedliche Ergebnisse haben, manchmal 
auch welche, die der Softwarearchitekt gar nicht vorgesehen oder für möglich 
gehalten hat.


> > Ach ja: und auf Dokumentation
> > (Hilfe zu OOo)/andere Erkenntnisse (Wiki zu OOo oder LO/Forschungsberichte
> > (dicke Bücher) lesen.
> > 
> >> Mit "kompliziert" und "'rumprobieren" kann ich allerdings auch keinen
> >> nachhaltig positiven Eindruck von OO vermitteln.
> > 
> > Du sollst Experimente machen und deinen Schülern die Erkenntnisse als
> > Basis
> > für eigene Forschungen vermitteln! Die Zeiten in der ein Lehrer
> > unumstößliche Wahrheiten verkündet, die keiner anzweifeln darf, sind
> > vorbei! Zumindest in Europa!
> 
> Klingt etwas plakativ (passt also zur Bildungspolitik).
War auch plakativ gemeint.

> Du kannst gerne
> deinen Unterricht nach diesen Paradigmen ausrichten.
Ich bin kein Lehrer, sondern Informatikingenieur in einer Firma, die 
Präzisionsteile herstellt.

> Im meinigen wird
> intensional gelernt. Es gibt also klare Ziele, was du vermitteln ist. Wenn
> es aber eine richtige (weil von den Entwicklern vorgesehene) Methode gibt,
> mit dem Programm zu arbeiten, dann wird diese vermittelt.
> Die Erkenntnis,
> dass es überhaupt richtige und falsche Methoden im Umgang mit Software
> gibt, ist dabei übrigens auch wichtig.
Es gibt aber keine richtigen oder falschen (zumindest nicht ganz richtige oder 
komplett falsche) Methoden, es gibt *unterschiedliche* Methoden. Manche sind 
umständlich oder kompliziert in der Anwendung, manche sind einfach, geradezu 
trivial. Siehe weiter oben die Platzierung eines Bildes: im Absatz, eigener 
Absatz.

> Die Schüler dürfen das auch gerne
> alles anzweifeln. Dabei ist der Anspruch natürlich, eine Begründung parat
> zu haben. "Ich mache das immer so." ist halt keine.
Da stimme ich zu.


Einen schönen 4. Restadventsonntag, auch dir Jörg. 

-- 
Mit freundlichen Grüßen
Matthias Müller
(Benutzer #439779 im Linux-Counter http://counter.li.org)
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