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From Jörg Schmidt <joe...@j-m-schmidt.de>
Subject [dev] Eine Hand fürs Schiff eine für sich selbst [was: Auf dem Weg zu einem Top Level Projekt]
Date Sun, 14 Oct 2012 10:52:33 GMT
Hallo zusammen,

Wieder einmal ist ein Meilenstein in Sicht, eine Etappe kurz vor dem erfolgreichen Abschluß,
wieder einmal bleibt aber auch meine Sorge wie es lokal mit 'de-AOO' in beispielsweise Deutschland,
Schweiz, Österreich vorangehen kann, wie es uns gelingen kann hier wieder eine starke Organisation
zu entwickeln.

> From: Raphael Bircher [mailto:r.bircher@gmx.ch] 

> Wir haben die Resulution für die Entlassung aus dem Incubator Richtung
> Top Level Projekt eingereicht. Mal sehen ob wir nächste Woche 
> feiern können!

Ja, das ist ein guter Grund zu feiern.
 
Vielleicht auch deshalb weil es die Hoffnungen mancher ideologisierter Gegner von AOO zerschlägt
das AOO es doch nicht schaffen würde über das incubator-Stadium hinaus zu wachsen.


Vergessen wir aber auch nicht die Sorgen:
Z.B. das wir bei 'de-AOO' lokal leider nur wenig mehr handlungsfähig sind wie wir es auch
schon waren als die erste neue Version (AOO 3.4.0) herauskam.
Das wir sehr wenig präsent sind, sondern nur auf Mailinglisten aktiv. Das wir die Geduld
von kommerziellen Anwendern strapazieren, die mehr als treu zu uns stehen, indem wir keine
Aktzente setzen dort wo es nötig wäre.

Und Letzteres braucht Vorausetzungen auch organisatorischer Natur, braucht Einigkeit unter
allen Beteiligten wie die lokale Arbeit zu organisieren ist.

Ich erinnere mich noch gut an die Stärke und Dynamik die früher die de.ooo-Community nicht
nur nach außen ausstrahlte sondern auch tatsächlich besaß und es schmerzt mich zu sehen
was daraus geworden ist, nicht weil Viele zu LO gegangen sind sondern weil hier bei uns die
Dinge nicht stimmig sind.


Deine Arbeit (Raphael) ist von mir, wie die vieler internationalö Tätiger, hoch geschätzt,
vielleicht allein schon deshalb weil ihr euch um Dinge (z.B. Entwicklung und QA) kümmert
die herausfordernd sind, und die nochmal schwieriger werden wenn sie im internationalen Kontext
zu koordinieren sind. Hut an dafür - und ich meine das ernst.

In der Zeit der Segelschiffe hieß es früher 'eine Hand für das Schiff und eine Hand für
sich selbst' und hier müßte es heißen die internationale Entwicklungsarbeit ist die Grundlage
für Alles, nur ist sie kein Ersatz für die _wirkungsvolle_ lokale Arbeit.


Ich bin beruflich jemand der Support (auch) zu AOO anbietet, der quasi an der 'Front' beim
Kunden steht wenn es um den Umstieg von MS Office zu AOO geht. 
Für mich werden Probleme der Community, egal ob technischer oder in Fragen der Öffentlichkeitsarbeit,
täglich sichtbar, wenn ich Kunden berate und betreue. 

Es freut mich aus beruflicher Sicht auch nicht zu lesen das es bei LO klemmt:
http://permalink.gmane.org/gmane.comp.documentfoundation.libreoffice.discuss.german/13802

Aber hier hat Thomas (den ich persönlich sehr schätze, sowie als Experten, Praktiker und
langjährigen ehrenamtlich Aktiven) leider sehr Recht wenn er u.a. schreibt:

"Florian, ehrlich, manchmal habe ich den Eindruck, Ihr [gemeint ist TDF/LO] habt zwar gute
Programmierer, die sind aber alle irgendwie "weltfremd" und haben keinen
Kontakt zu der Wirtschaft da draußen und zu den Bedürfnissen von Firmen.
[...]
LibreOffice "verkommt" so schnell zu einer Anwendung für den
Privatnutzer - und vielleicht für Linux-User (ganz kleiner Teil des
Marktes) - verliert aber deutlich Boden im Business-Umfeld."

Wie wenig dieserart Einschätzungen im Übrigen abstrakt sind zeigt sich wenn man einmal im
Internet Meinungen von LO-Nutzern liest und liest wie diese LO wahrnehmen, z.B. [1]:

"Natürlich hätte ich auch noch lange Zeit mit OpenOffice in dem bei mir üblichen Funktionsumfang
arbeiten können und mir keine Sorgen [...] machen müssen. Ich finde jedoch die Entscheidung
der Foundation [gemeint ist die TDF], sich vom Kommerz [gemeint sind hier Firmenunterstützer
und kommerzielle Anwender] zu lösen [...] respektabel [...]"

Hier beginnt das Gift, das mit der verhängnisvollen 'Richtungsvorgabe' durch die Ideologen
der FSF verspritzt [2] und von Teilen der TDF begierig aufgesogen wurde, zu wirken, denn wer
es für wichtiger hält vor AOO zu warnen, als in gemeinsamer Aktion gegen die propritäre
Konkurrenz vorzugehen, der zieht sich solche Nutzer heran.


Die Probleme liegen bei AOO an anderer Stelle, aber sie verdienen nicht weniger Beachtung.

Wir müssen mit AOO mehr _wirkungsvolle_ lokale Präsenz zeigen, wir müssen den Anspruch
den wir selbst haben öffentlich sichtbar glaubhaft unterstreichen. 

Kommerziele Unterstützer können hier auch ihren Teil beitragen (weshalb es mir aktuell wichtig
ist durch ganz praktische Mitarbeit den Aufbau eines Firmenverzeichnisses zu unterstützen
[3]), aber den Teil *spezifischer* Glaubwürdigkeit den Business-Anwender bei OSS suchen muß
zuallererst aus der Community kommen und zwar nicht auf Nachfrage sondern als öffentlich
direkt sichtbares Angebot und Einladung. 


Ein aktuell für AOO international wichtiger Termin ist http://www.apachecon.eu/, aber auch
lokal gibt es Vieles zu tun. 
Beginnen wir wieder, wie einstmals bei de.ooo eine schlagkräftige lokale Organisation zu
schaffen, initiieren und unterstützen wir gleichzeitig einzelne konkrete Aktionen, wie derzeitig
z.B. den Flyer von Jan:
http://mail-archives.apache.org/mod_mbox/incubator-ooo-users-de/201210.mbox/%3c001c01cda91f$d58f96d0$80aec470$@de%3e
oder den Messeauftritt der von Raphael angestossen wurde:
http://mail-archives.apache.org/mod_mbox/incubator-ooo-users-de/201210.mbox/%3c5074DE82.70105@gmx.ch%3e


Haben wir auch einen Blick auf Entwicklungen im Umfeld wie sie derzeitig beispielsweise bei
der OSI (http://opensource.org/) stattfinden, arbeiten wir daran hier klarzumachen das die
Mitgliedschaft der Apache Software Foundation, ihren/unseren ureigensten Zielen und Ansichten
entspricht und nicht nur ein Alibi ist wie für manche Andere, die Freiheit als Freiheit im
goldenen Käfig definieren wollen.


Schärfen wir unser Profil, positionieren wir AOO als ein freies, offenes, an den Bedürfnissen
des Anwenders orientiertes, nicht zuletzt aber auch als ideologiefreies, marktzugewandtes
Projekt. 

Begrüßen (und begreifen) wir Unterstützer aus Unternehmen als wirkliche Partner, gleichberechtigt
zu den vielen ehrenamtlichen Unterstützern und Projektmitgliedern, freuen wir uns über möglichst
viele kommerzielle Anwender von AOO und schätzen wir diese genauso wie wir 'normale' Anwender
schätzen.

Arbeiten wir gemeinsam daran.
 



Gruß
Jörg 

[1]
http://www.dooyoo.de/anwendungen/libre-office-3/1544731/

[2] z.B. siehe:
http://www.heise.de/open/meldung/Free-Software-Foundation-raet-zu-LibreOffice-1259195.html

[3]
http://www.openoffice.org/bizdev/consultant-submission.html
http://www.openoffice.org/bizdev/consultants.html


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