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From RA Stehmann <anw...@rechtsanwalt-stehmann.de>
Subject Re: Das Zarte Pflänzchen der jungen Deutschsprachigen Community
Date Tue, 16 Oct 2012 08:40:04 GMT
Am 16.10.2012 08:56, schrieb Jörg Schmidt:

> 
> Ich hatte gezielt die FSF kritisiert und genau darum geht es auch hier. Es geht um
> deren Extremismus und deren Doppelzüngigkeit und die Menschen erkennen langsam
> deren Wesen.
> 
> Wenn die FSF sich am Prozess beteiligt hat der MS letztlich gezwungen hat
> Browseralternativen zwangsweise für Windows anbieten zu müssen, dann ist das das
> Eine, wenn man aber sehend und im Hintergrund Beifall klatschend sieht wie eine
> Office-Suite gezielt und absichtlich und mit vollem Kalkül aus purer Ideologie
> diskriminiert wird ist das eine ganz andere Qualität.
> 

Es wäre vielleicht gut, Du würdest ein wenig differenzieren. An dem
Prozess, den Du aller Wahrscheinlichkeit nach meinst, hat sich nämlich
die FSFE und nicht die FSF beteiligt. Erstere wiederum ist eine
Schwester- und keine Unterorganisation der Letzteren.

Dass beide Organisationen eine klare, wenn durchaus differenzierte
Meinung zum Copyleft haben, ist ebenso bekannt, wie der Umstand, dass
die Apache-Lizenz, unter den OpenOffice nun steht, eine copyleftlose ist.

Dass OpenOffice nun unter dieser Lizenz steht, ist übrigens nicht
demokratisch von der Community entschieden worden.

Und wie gesagt: Es ist ja auch keine abstrakte Ideologie, die die von
Thomas adressierten Schwierigkeiten bei LibO verursacht haben, die im
Übrigen sehr bedauerlich sind, sondern vielmehr die Vorlieben,
Einstellungen und auch Schwächen ganz konkreter Entwickler.

Die LGPL kann nichts dafür, dass eine Version von LibO leider keine
großen Excel-Dateien lesen kann, und auch nichts dafür, dass bei einer
anderen die plötzlich die Textrahmen nicht mehr gehen.

Es gibt auch kein Statement der FSF oder der FSFE, dass QA entbehrlich
sei oder dass möglichst früh und unreif zu veröffentlichen sei. "Release
early, release often" ist vielmehr ein Slogan, der aus der
"pragmatischen" Ecke (Basar-Modell) kommt.

> 
> Soll ich es Dir vorlesen? Hier ist der Volltext:
> 
> "The Apache OpenOffice.org extensions repository offers add-ons, dictionaries and
> other packages to extend OpenOffice.org with additional features. While the
> OpenOffice.org application is free software, the Apache OpenOffice.org extensions
> repository lists proprietary extensions as well as free software ones. Most
> extensions work with both LibreOffice and OpenOffice.org applications. This is the
> repository that the OpenOffice.org program uses by default.
> 
> The LibreOffice extensions repository only includes extensions published using
> free software licenses. This is the repository that the LibreOffice program uses
> by default."
> 
> Quelle:
> http://libreplanet.org/wiki/Group:OpenOfficeExtensions/List
> 
> Oder erklärst Du mir jetzt das diese Wertungen ganz normal seien und AOO das
> kritiklos gut zu heißen habe und das ich wegsehen soll wenn ich weiß wo da die
> Interessenslagen und Verflechtungen zwischen FSF und TDF sind?

Wenn LibreOffice ihre Ressourcen nur für Freie Extensionen zur Verfügung
stellen will, ist das deren Entscheidung. Auch wir mussten ja eine
Lösung selbst für Freie Extensionen finden, weil Apache bei der
Inanspruchnahme seiner Ressourcen gewisse Einschränkungen macht. Und
letzteres ist nun wirklich nicht die FSF schuld.

> 
> Muß ich hier nochmal die Erwiderung des damaligen CC von OOo an die FSF zitieren
> und muß ich dann darauf zuzsätzlich extra darauf hinweisen wer genau die
> geschrieben hat und was derjenige heute tut? 
> 

Es gehört zur Meinungsfreiheit, dass man seine Meinung auch ändern darf,
und im Übrigen scheint mir dies auch nicht unser Problem zu sein.

Gruß
Michael



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