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From Raphael Bircher <r.birc...@gmx.ch>
Subject Re: Das Zarte Pflänzchen der jungen Deutschsprachigen Community
Date Tue, 16 Oct 2012 01:23:47 GMT
Am 15.10.12 23:54, schrieb Jörg Schmidt:
> Hallo Raphael,
>  
>> Klar, darfst du deine Meinung Äussern, nur was bringt es uns, 
>> hier über
>> ein LO Problem zu diskutieren? Hilft es AOO weiter? Ich 
>> persönlich fand
>> es zu angriffig. Und vorschreiben kann ich hier alleine gar nichts.
> Es klingt nun leider auch 'angriffig' aber merkst Du wie weit das jetzt von der
> Ursprungsaussage der "Abmachung" weg ist? Dieser Fokus hier ist OK, nur
> "Abmachung" fand ich etwas ultimativ.
>
> Inhaltlich:
>
> Warum LO?
> Weil ich mich kürzlich mit jemandem aus der dortigen Community getroffen habe und
> wir eigentlich der Meinung sind es geht beiden Projekten nicht so gut 
Wie es LibreOffice geht, kann ich nicht beurteilen. Was OOo angeht,
möchte ich behaupten dass es uns bereits wesentlich besser geht als in
den letzten Monaten der Oracle Era. Aber das stellt man von aussen
natürlich noch nicht fest. Was heute in der Entwicklung geschieht sieht
man erst morgen. Und ich bin wirklich nun nicht der, der alles durch
eine Rosa Brille sieht. Wenn man dazu noch beachtet, wo durch wir mussten...
> bzw. die
> Summe von LO+AOO ist heute längst nicht da wo OOo mal war.
Da gebe ich dir Recht, nur das lässt sich für den Moment nicht ändern.
Die Fehler wurden imho ein paar Jahre zuvor gemacht. Einer der grössten
Fehler war wohl, dass man die Probleme immer schön geredet hat. Bereits
2008 wies SUN Verluste auf. Bereits da hätte sich die Community Gedanken
machen müssen, was wir tun wenn SUN aussteigt. Denn spätestens da war
das Szenario realistisch genug. Aber man hielt es nicht für nötig, sich
die Arbeit zu machen.

Bis zur 2.0 war OOo nicht wahnsinnig populär, aber ein stabiles Produkt.
Im gegensatz zu MSO das zu jener Zeit die Konkurrenz noch nicht sah, und
noch im Dornröschenschlaf verweilte wurde OOo entwickelt. Da es noch
eher selten in Firmen anzutreffen war, waren wohl auch die Anforderungen
eher bescheiden. Das ergab glückliche Benutzer die gleichzeitig mächtig
Werbung für uns machte. Die Verbreitung nahm extrem zu (auch in Firmen)
was die Anforderungen extrem in die Höhe schraubte. Das erzeugte mehr
Issues und das bei gleich bleibender Entwicklerzahlen. Immer mehr offene
issues hiess dann auch, dass man priorisieren musste. Das hiess dann
dass auch mal ein Feature Request über Jahre vielleicht sogar
unbeantwortet bleibt. Das gefürchtete Target: OOoLater wurde eingeführt.
Das machte die Leute wenig Glücklich. Dazu noch MS die die Konkurrenz
erkannten, und kurz aufs Gas drückten.

Das Problem von OOo war nicht, dass die Programmierer nicht verstanden,
was die da draussen brauchen. Das Problem war schlicht und einfach
Personalmangel. Ich machte mal eine Statistik der Mailing Listen
Aktivität der DE Community, da es Leute gab, die behaupteten, die
Probleme haben erst mit Oracle begonnen. In dieser Statistik konnte man
klar feststellen, dass die Mails seit Sommer 2006 fast kontinuierlich
zurückgingen. Wir haben es nicht mal geschafft Abgänge zu ersetzen. Die
Gründe dafür waren bestimmt vielfältig. Einige suchten sie in der SUN
Politik, was bestimmt einiges dazu beigetragen hat, aber bestimmt auch
nicht DER Grund war. Der Hauptgrund war vermutlich eher, dass OOo
schlicht nicht die Bedingungen schuf die für einen Ehrenamtlichen
Mitarbeiter attraktiv genug sind. Und dass wir uns mit Ehrenamtlichen
durch Bereiche quälen mussten an denen normalerweise nur Profis aktiv sind.

Das wertvollste "Gut" von OpenSource Software sind nicht die die die
Software downloaden, installieren und dann rummäckern. Das wertvollste
Gut sind diejenen die sich daran beteiligen. Und mit beteiligen meine
ich nicht nur Programmieren, sondern testen, lokalisieren, dafür
werben... oder sich in irgend einer Form finanziell beteiligen. Was
bringt es uns, wenn eine Firma mit 3000 Arbeitsplätze migriert, und
keinen Cent davon in das Produkt selbst fliesst? das bringt uns genau so
viel wie die jenen die bei MS die Software Lizenz nicht zahlen. Wir
haben Millionen von Endusern die Lizenzkosten erspahrt, und sind dabei
fast selbst verhungert.

Und da muss ich sagen, habe ich viel gelernt seit OOo bei Apache ist. In
dem Bereich ist die ASF genial, und es ist vermutlich der Grund für ihre
Erfolge. Allein im ersten Jahr haben wir über 40 Committer aufgenommen.
Zu späten OOo Zeiten waren wir froh, wenn wir niemand verloren hatten.


>
> Hilft es AOO?
> Ich glaube schon das (aber das müßte vom internationalen Projekt ausgehen) etwas
> gegen die Diskriminierung die AOO erfährt getan werden müßte, mir fallen hier z.B.
> die Frage der Linux-Distributionen und eben die Frage des Extensionverzeichnisses
> ein.
Auf der anderen Seite wird die Diskriminierung mit der Zeit nur noch
lächerlich, zumal wenn AOO ständig das Gegenteil beweist. Klar gibt es
noch Leute die schreiben dass wir tot sind, aber die eingeschnappten
Holigens gibts auch bei uns. Solange sie die Schlammschlachten nicht auf
die Strassen verlegen... (lol ich stell mir das jetzt grad bildlich vor
;-) )

Und bei Linux... da passt LibO vielleicht wirklich besser. Und für die
jenen, denen es nicht gefällt, gibt es Anleitungen wie man LibO sauber
deinstalliert und AOO drauf läd. Es gibt sogar inoffizielle Repositoris
für AOO, und Extensions verstehe ich gar nicht. Unsere Extension und
Tempelate Seite läuft so gut wie noch nie. SourceForge sei dank. Wir
haben sogar den BOSSI Avard dafür bekommen ;-)

Gruss Raphael

PS: Widerspiegelt meine persönliche Meinung. Andere können ruhig andere
Ansichten haben.
>
>
>
> Gruß
> Jörg
>
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