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From RA Stehmann <anw...@rechtsanwalt-stehmann.de>
Subject Re: [dev] Ideologiefrei? War: Eine Hand fürs Schiff eine für sich selbst
Date Mon, 15 Oct 2012 12:07:11 GMT
Am 14.10.2012 12:52, schrieb Jörg Schmidt:

> Schärfen wir unser Profil, positionieren wir AOO als ein freies, offenes, an den Bedürfnissen
des Anwenders orientiertes, nicht zuletzt aber auch als ideologiefreies, marktzugewandtes
Projekt. 
> 
> Begrüßen (und begreifen) wir Unterstützer aus Unternehmen als wirkliche Partner, gleichberechtigt
zu den vielen ehrenamtlichen Unterstützern und Projektmitgliedern, freuen wir uns über möglichst
viele kommerzielle Anwender von AOO und schätzen wir diese genauso wie wir 'normale' Anwender
schätzen.
> 
> Arbeiten wir gemeinsam daran.
>  
Wir sollten, wenn wir in der AOO-Community gut zusammenarbeiten wollen,
nicht unnötig Gräben aufwerfen.

Zwar steht es in der Tradition z.B. von Eric Steven Raymond, der FSF und
Richard Matthew Stallman "Ideologie" vorzuwerfen, aber der Kult des
"Pragmatismus", den ESR und die OSI pflegen, ist IMO selbst nicht
ideologiefrei.

Umgekehrt kommen die Freiheiten, die die FSF und ihre
Schwesterorganisationen - jede auf ihre Weise - fordern, fördern und
verteidigen, nicht nur Privatanwendern zugute, sondern ganz konkret auch
den Unternehmen, die Freie Software einsetzen (Stichwort z.B.
vendor-lockin).

Natürlich gibt es auch innerhalb der Community
Meinungsverschiedenheiten, z.B. zwischen Debian und der FSF, aber der
Vorwurf, der andere denke "ideologisch", und man selbst sei
selbstverständlich nur "pragmatisch", ist IMO wenig erkenntnisfördernd.

Es ist ja auch keine abstrakte Ideologie, die die von Thomas
adressierten Schwierigkeiten bei LibO verursacht, die im Übrigen sehr
bedauerlich sind, sondern vielmehr die Vorlieben, Einstellungen und auch
Schwächen ganz konkreter Entwickler.

Hinzu kommt IMO auch die ganz "pragmatische" Geschäftspoitik eines
Unternehmens, bei der wichtige Entwickler angestellt sind, aber das
auszuführen, würde hier zu weit führen.

Also lasst uns bitte das Signal zum Aufbruch, das die Entlassung aus dem
Incubator-Status geben kann, nicht durch das Getöse von Grabenkämpfen
und Kritik an irgendwelchen Organisationen übertönen.

Es ist IMO nämlich sowohl unnötig, als auch schädlich, uns durch Kritik
von anderen abgrenzen zu wollen, um selbst Erfolg zu haben. Überzeugen
wir durch Leistung und nicht durch "Bashing"

Gruß
Michael




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