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From Jörg Schmidt <joe...@j-m-schmidt.de>
Subject Re: [dev] Wieder einmal Abzocke
Date Sat, 09 Jun 2012 09:51:38 GMT
Hallo,

E.J.Minhorst schrieb:
> Hiermit bitte ich Punkt 1. meiner Mail vom 08.06.2012 10:51 
> zu steichen
> und entschuldige mich ausdrücklich bei Jörg für meine 
> starrsinnige Haltung.

Entschuldigung ist nicht nötig, denn wir irren uns alle mal

> Leider kann ich nicht mehr reproduzieren, von welcher Seite
> der Apache OpenOffice man zu der OSI-Lizenz geleitet wird.
> Jedenfalls war ich mir absolut sicher, dass dies die gültigen
> Richtlinien für OpenOffice seien 

Naja, das ist nun eine Feststellung die Dir nicht hilft bzw. (was Du nicht wissen
kannst wenn Du die Zusammenhänge nicht verstehst) das Du Dich irren mußtest
konntest Du schon daran erkennen das eine Software, rechtlich gesehen, (i.d.
Sinne) nicht unter 'Richtlinien' stehen kann sondern immer nur unter einer Lizenz,
wenn also irgendein Link, in diesem Zusammenhang auf Richtlinien verweist, muß Dir
der Gedanke kommen 'hoppla, da muß was falsch sein'

> So wie ich es verstehe, beziehen sich die Lizenzangaben der
> Apache OpenOffice auf http://www.openoffice.org/license.html
> nur auf ältere OpenOffice.org Projekte.

Ja.

> Welche Lizenz ist denn
> nun z.B. für die aktuelle AOO Version 3.4 gültig?

Die Apache-Lizenz 2.0:
http://de.wikipedia.org/wiki/Apache-Lizenz

> Für einen Laien sind die vielen Querverweise und Lizenzen wirklich
> verwirrend und können leicht - wie oben gesehen - zu Mißverständnissen
> führen. Wäre es nicht wünschenswert, die diversen Lizenzformen
> einmal zu vereinheitlichen und (etwas kürzer) zusammenzufassen?

Eigentlich nein, weil ja in der Vielfalt von Lizenzen die _gewünschten_ Spielräume
für die Programmierer freier Software liegen.

Die Länge konkreter Lizenzen ist auch davon abhängig was konkret erreicht werden
soll, denn Lizenzen sind nun einmal 'Rechtstexte' und erfordern rechtliche
formulierungen die dann eine bestimmte Länge des Geschriebenen quasi erzwingen.
Wenn Du hingegen willst, gibt es auch äußerst kurze Lizenzen, z.B. die MIT-Lizenz:
http://de.wikipedia.org/wiki/MIT-Lizenz

Eine Verkürzung/Vereinheitlichung von Lizenzen kann auch deshalb nicht erzwungen
werden weil ja Freie und OpenSource-Software nicht unter bestehenden/vorgegebenen
Lizenzen stehen muß. Um Freie Software zu sein, es reicht auch jede freie
Formulierung des Veröffentlichers zu den Benutzungsbedingungen der Software, die
den Bedingungen freier Software entspricht:

Freiheit 0: Das Programm zu jedem Zweck auszuführen.
Freiheit 1: Das Programm zu untersuchen und zu verändern.
Freiheit 2: Das Programm zu verbreiten.
Freiheit 3: Das Programm zu verbessern und diese Verbesserungen zu verbreiten, um
damit einen Nutzen für die Gemeinschaft zu erzeugen. 

bzw. den Bedingungen von OpenSource:
http://www.opensource.org/docs/osd

Welche aber praktisch inhaltlich identisch sind und nur anders formuliert.


Hier liegt auch ein Fehler Deiner ursprünglichen Aussagen, den ich nur nicht
thematisiert hatte weil es noch mehr für Verwirrung gesorgt hätte, denn LGPL und
OpenSource-Definition der OSI unterscheiden sich nicht in dem Maße (können sich
garnicht in dem Maße unterscheiden) das zwar die LGPL einen Verkauf zulässt aber
die OSI-Definition nicht. 
Das Du zu diesem Schluß kommst beruht letztlich nur darauf das Du Dich entweder
auf falsche Interpretationen beziehst oder richtige Interpretationen falsch
deutest.

Z.B. bei der bekannten "Creative Commons-Lizenz" läßt sich gut erklären wie
wichtig die Frage Interpretation sein kann denn die allgemeine Frage ob "Creative
Commons" eine freie Lizenz ist ist nicht (eindeutig) zu beantworten.
Beispielsweise entspricht:
http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/

einer freien Lizenz. Hingegen entspricht:
http://creativecommons.org/licenses/by-nd/3.0/de/

einer, im Sinne der allgemeinen Definition freier Software, unfreien Lizenz (weil
Bearbeitung untersagt)

Da beides aber Creative Commons-Lizenzen sind kann man nun entweder sagen das
Creative Commons eine unfreie Lizenz ist (weil es ja zumindest eine Unterlizenz
der Creative Commons gibt die unfrei ist) oder man verzichtet darauf und sagt
lieber: ob eine Creative Commons-Lizenz im Sinne der Definition freier Software
eine freie Lizenz ist hängt davon ab welche konkrete Creative Commons-Lizenz:
http://de.wikipedia.org/wiki/Creative_Commons#Die_sechs_aktuellen_Lizenzen

verwendet wird.
 



(Unsicherheit wie die LGPL oder die OSI-Definition zu verstehen seien /könnten/
zwar theoretisch bestehen, da aber sowohl der Herausgeber der LGPL als auch der
Herausgeber der OPenSource-Definition sich vielfach zur Interpretation ihrer
Aussagen geäußert haben ist zweifelsfrei bekannt wie sie sie verstanden wissen
wollen.
Eigentlich weiß jeder Kenner der Dinge sogar das wenn es einen Unterschied gäbe
eher die OPenSource-Definitition 'verkaufsfreundlicher' wäre als die LGPL, denn
der ursprüngliche Grund für den Begriff "OpenSource" ist eher die Absicht
kommerzieller Aktivitäten:
http://www.gnu.org/philosophy/open-source-misses-the-point)



Gruß
Jörg


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