Plattform-spezifische Anmerkungen Den Apache mit Novell NetWare verwenden

In den folgenden Abschnitten wird erklärt, wie der Apache 2.0 unter Novell NetWare 6.0 und späteren Versionen installiert, konfiguriert und ausgeführt wird. Wenn Sie Fehler finden oder in anderer Form etwas beitragen möchten, besuchen Sie bitte unsere Seite Bug Reports.

Die Bug Reports und die dev-httpd Mailing-Liste sind nicht dafür vorgesehen, Fragen zur Konfiguration oder Ausführung des Apache zu beantworten. Bevor Sie einen Fehlerbericht abschicken, ziehen Sie zuerst dieses Dokument und die Häufig gestellten Fragen (FAQ) sowie andere relevante Teile der Dokumentation zu Rate. Wenn Sie dann immer noch Fragen haben oder Ihr Problem nicht gelöst wurde, wenden Sie sich an die Newsgroup novell.devsup.webserver, wo es viele Apache-Benutzer gibt, die gerne bereit sind, neue und knifflige Fragen zu Apache für NetWare zu beantworten.

Es wird davon ausgegangen, dass Sie eine ausführbare Apache-Distribution installieren. Möchten Sie den Apache selbst kompilieren (eventuell um sich an der Entwicklung zu beteiligen oder um Fehler aufzuspüren), dann schlagen Sie unter Kompilieren des Apache für NetWare nach.

Anforderungen an das Betriebssystem

Der Apache 2.0 wurde für die Ausführung unter NetWare 6.0 mit dem Service Pack 3 (oder spätere Service Packs) entworfen. Führen Sie NetWare mit einem älteren Service Pack aus, dann müssen Sie die aktuellsten NetWare-Bibliotheken für C (LibC) installieren.

NetWare Service Packs stehen hier zur Verfügung.

Apache 2.0 für NetWare kann auch in einer NetWare 5.1-Umgebung ausgeführt werden, wenn das aktuellste Service Pack oder die aktuellste Version der NetWare-Bibliotheken für C (LibC) installiert wurde. WARNUNG: Apache 2.0 für NetWare ist für diese Umgebung nicht vorgesehen oder getestet.

Apache für NetWare

Informationen zur aktuellsten Version des Apache finden Sie auf der Website des Apache-Webservers unter der Adresse http://httpd.apache.org/download.cgi. Dort finden Sie die aktuelle Version sowie eine Liste die letzten Alpha- oder Betaversionen und Einzelheiten zu den Web-Spiegelservern und Anonymous FTP-Sites. Ausführbare Versionen der aktuellsten Versionen des Apache 2.0 für NetWare können Sie hier herunterladen.

Apache für NetWare installieren

Zur Zeit gibt es kein Apache-Installationsprogramm für NetWare. Wenn Sie den Quellcode des Apache 2.0 für NetWare kompilieren, müssen Sie die Dateien manuell auf den Server kopieren.

Führen Sie die folgenden Schritte durch, um Apache für NetWare mit dem ausführbaren Downlaod zu installieren (in der Beschreibung wird davon ausgegangen, dass die Installation im Verzeichnis sys:/apache2 erfolgt):

Führen Sie die folgenden Schritte durch, wenn Sie Apache für NetWare manuell mit Ihrem eigenen Quellcode installieren möchten (in der Beschreibung wird davon ausgegangen, dass die Installation im Verzeichnis sys:/apache2 erfolgt):

Der Apache kann nicht nur im standardmäßigen Volume SYS sondern auch in anderen Volumes installiert werden.

Wird während des Einrichtungsprozesses der Makefile-Befehlszeile das Schlüsselwort install hinzugefügt, wird automatisch eine vollständiges Distributionspaket im Unterverzeichnis DIST erzeugt. Installieren Sie den Apache einfach, indem Sie die von den Makfiles erzeugte Distribution in das Stammverzeichnis des NetWare-Volume kopieren (siehe unten: Den Apache für NetWare kompilieren ).

Apache für NetWare ausführen

Um den Apache zu starten, geben Sie in der Konsole apache ein. Der Apache wird dann in den Adressbereich des Betriebssystems geladen. Ziehen Sie es vor, den Apache in einen geschützten Adressbereich zu laden, dann können Sie den Adressbereich mit der load-Anweisung wie folgt angeben:

load address space = apache2 apache2

Dadurch wird der Apache in den Adressbereich apache2 geladen. Die Ausführung mehrerer gleichzeitiger Instanzen unter NetWare ist durch Laden jeder Instanz in einen eigenen geschützten Adressbereich möglich.

Nach dem Start beobachtet der Apache Port 80 (es sei denn, Sie haben den Port in den Konfigurationsdateien den mit der Direktive Listen geändert. Starten Sie einen Browser und geben Sie den Servernamen oder die Adresse ein, um eine Verbindung zum Server herzustellen und um auf die Standardseite zuzugreifen. Die Antwort des Servers sollte eine Begrüßungsseite und ein Link zur Apache-Dokumentation sein. Geschieht nichts und erhalten Sie eine Fehlermeldung, dann überprüfen Sie die error_log-Datei aus dem Verzeichnis logs.

Wenn die Basisinstallation funktioniert, sollten Sie sie mit den Dateien aus dem conf-Verzeichnis konfigurieren.

Mit den folgenden Befehlen kann der im Adressraum des Servers ausgeführte Apache über die Konsole entladen werden:

unload apache2

Oder:

apache2 shutdown

Wird der Apache in einem geschützten Adressraum ausgeführt, dann geben Sie diesen Adressbereich mit dem unload-Befehl an:

unload address space = apache2 apache2

Bei der Arbeit mit dem Apache ist es wichtig zu wissen, wie er die Konfigurationsdateien findet. Über die Befehlszeile können Sie auf zwei Arten eine Konfigurationsdatei angeben:

apache2 -f "vol:/my server/conf/my.conf" apache -f test/test.conf

In diesem Fall sollte die Direktive ServerRoot in der Konfigurationsdatei korrekt gesetzt werden.

Geben Sie mit -f keinen Namen einer Konfigurationsdatei an, benutzt der Apache den Dateinamen, der in den Server kompiliert wurde. Er lautet normalerweise conf/httpd.conf. Beim Aufruf des Apache mit dem Schalter -V wird dieser Wert unter der Bezeichnung SERVER_CONFIG_FILE angezeigt. Der Apache ermittelt dann seine ServerRoot, indem er der Reihe nach folgendes sucht:

In den Server kompiliert wird normalerweise die ServerRoot sys:/apache2. Der Befehl apache2 -V zeigt diesen Wert mit der Bezeichnung HTTPD_ROOT an.

Apache 2.0 für NetWare beinhaltet eine Reihe von Befehlszeilen-Direktiven, mit denen eine gerade ausgeführte Instanz des Webservers modifiziert oder Informationen angezeigt werden können. Diese Direktiven stehen nur während der Ausführung des Apache zur Verfügung. Jeder dieser Direktiven muss das Schlüsselwort APACHE2 vorangestellt werden.

RESTART
Weist den Apache an, alle gerade ausgeführten worker-Threads zu beenden, wenn sie in den Bereitschaftszustand wechseln, die Konfigurationsdatei erneut zu lesen und jeden worker-Thread unter Berücksichtigung der neuen Konfiguration zu starten.
VERSION
Zeigt Versionsinformationen zur gerade ausgeführten Apache-Instanz an.
MODULES
Zeigt eine Liste der gerade geladenen eingebauten und der externen Module an.
DIRECTIVES
Zeigt eine Liste der verfügbaren Direktiven an.
SETTINGS
Schaltet die Anzeige des Thread-Status in der Konsole ein oder aus. Ist sie eingeschaltet, wird der Status jedes ausgeführten Threads auf dem Konsolenbildschirm angezeigt.
SHUTDOWN
Beendet die ausgeführte Instanz des Apache-Webservers.
HELP
Zeigt eine Beschreibung Laufzeitdirektiven an.

Standardmäßig werden diese Direktiven für die Apache-Instanz angewendet, die im Adressraum des Betriebssystems ausgeführt wird. Damit eine Direktive für eine bestimmte Instanz, die in einem geschützten Adressraum ausgeführt wird, Anwendung findet, muss der Parameter -p zusammen mit dem Namen des Adressraums angegeben werden. Für weitere Informationen geben Sie in der Befehlszeile apache2 Help ein.

Apache für NetWare konfigurieren

Der Apache wird über die normalerweise im Verzeichnis conf gespeicherten Konfigurationsdateien konfiguriert. Dies sind die gleichen Dateien wie für die Konfiguration der Unix-Version, für Apache für NetWare gibt es jedoch einige unterschiedliche Direktiven. In der Apache-Dokumentation werden alle verfügbaren Direktiven aufgeführt.

Die Hauptunterschiede bei Apache für NetWare sind:

Ergänzende NetWare-spezifische Direktiven:
  • CGIMapExtension - Diese Direktive ordnet einem Skriptinterpreter eine CGI-Dateinamenserweiterung zu.
  • SecureListen - Diese Direktive aktiviert die SSL-Verschlüsselung für einen bestimmten Port.
  • NWSSLTrustedCerts - Diese Direktive nennt vertrauenswürdige Zertifikate, mit denen sichere Verbindungen über Proxies hergestellt werden können.
Apache für NetWare kompilieren

Zum Kompilieren des Apache wird MetroWerks CodeWarrior 6.x oder eine spätere Version benötigt. Wurde der Apache aufgebaut, kann er im Hauptverzeichnis eines beliebigen NetWare-Volume installiert werden. Die Vorgabe ist sys:/Apache2.

Bevor der Server ausgeführt wird, muss das Verzeichnis conf gefüllt werden. Kopieren Sie die Datei HTTPD-STD.CONF aus den conf-Verzeichnis der Distribution und benennen Sie es in HTTPD.CONF um. Suchen Sie in der HTTPD.CONF-Datei nach allen @@Value@@-Einträgen und ersetzen Sie sie durch die entsprechenden Einstellungen. Kopieren Sie auch die Dateien conf/magic und conf/mime.types der Distribution in das conf-Verzeichnis. Alternativ kann auch eine komplette Distribution aufgebaut werden, wenn das Schlüsselwort install beim Aufruf der Makefiles angegeben wird.

Anforderungen an das Betriebssystem:

Die folgenden Entwicklungswerkzeuge werden für den Aufbau von Apache 2.0 für NetWare benötigt:

Den Apache mit den NetWare-Makefiles aufbauen:
  • Setzen Sie die Umgebungsvariable NOVELLLIBC auf das Verzeichnis der NetWare-Bibliotheken für das C-SDK: Set NOVELLLIBC=c:\novell\ndk\libc
  • Setzen Sie die Umgebungsvariable METROWERKS auf das Verzeichnis, in dem der Metrowerks CodeWarrior-Compiler installiert ist: Set METROWERKS=C:\Program Files\Metrowerks\CodeWarrior Ist er im standardmäßigen Verzeichnis C:\Program Files\Metrowerks\CodeWarrior installiert, dann ist kein Setzen erforderlich.
  • Setzen Sie die Umgebungsvariable LDAPSDK auf das Verzeichnis mit den LDAP-Bibliotheken für C: Set LDAPSDK=c:\Novell\NDK\cldapsdk\NetWare\libc
  • Setzen Sie die Umgebungsvariable ZLIBSDK auf das Verzeichnis, in dem Sie den Quellcode für die ZLib-Bibliothek installiert haben: Set ZLIBSDK=D:\NOVELL\zlib
  • Setzen Sie die Umgebungsvariable AP_WORK auf den vollständigen Pfad des \httpd-2.0-Verzeichnisses.
  • Setzen Sie die Umgebungsvariable APR_WORK auf den vollständigen Pfad des Verzeichnisses \httpd-2.0\srclib\apr.
  • Sorgen Sie dafür, dass die Pfade zu den Programmen AWK und dem GNU Make-Programm (gmake.exe) Bestandteil der Umgebungsvariablen PATH Ihres Systems sind.
  • Laden Sie den Quellcode herunter und entpacken Sie ihn in ein entsprechendes Verzeichnis Ihres Rechners.
  • Wechseln Sie in das Verzeichnis \httpd-2.0\srclib\apr-util\uri und erstellen Sie die Datei GENURI.nlm, indem Sie gmake -f nwgnumakefile aufrufen.
  • Kopieren Sie die Datei GENURI.nlm in das SYS:-Volume eines NetWare-Servers und führen Sie folgenden Befehl aus: SYS:\genuri > sys:\uri_delims.h
  • Kopieren Sie die Datei uri_delims.h in das Verzeichnis \httpd-2.0\srclib\apr-util\uri des Rechners, mit dem Sie die Einrichtung vornehmen.
  • Wechseln Sie in das Verzeichnis \httpd-2.0\srclib\apr und erzeugen Sie mit dem Befehl gmake -f nwgnumakefile das APR.
  • Wechseln Sie in das Verzeichnis \httpd-2.0\srclib\pcre und erzeugen Sie mit dem Befehl gmake -f nwgnumakefile die Datei DFTABLES.nlm.
  • Wechseln Sie in das Verzeichnis \httpd-2.0\server und erzeugen Sie mit dem Befehl gmake -f nwgnumakefile die Datei GENCHARS.nlm.
  • Kopieren Sie die Dateien GENCHARS.nlm und DFTABLES.nlm aus ihren Verzeichnissen in das SYS:-Volume eines NetWare-Servers und führen Sie sie mit folgenden Befehlen aus: SYS:\genchars > sys:\test_char.h
    SYS:\dftables > sys:\chartables.c
  • Kopieren Sie die Dateien test_char.h und chartables.c in das Verzeichnis \httpd-2.0\os\netware des Rechners, mit dem Sie die Einrichtung durchführen.
  • Wechseln Sie in das Verzeichnis \httpd-2.0 und erzeugen Sie den Apache mit dem Befehl gmake -f nwgnumakefile". Mit einem zusätzlichen Installationsparameter können Sie ein Distributionsverzeichnis einrichten: gmake -f nwgnumakefile install
Weiter Make-Options
  • gmake -f nwgnumakefile

    Erzeugt Release-Versionen aller ausführbaren Dateien und kopiert sie in ein \release-Verzeichnis.

  • gmake -f nwgnumakefile DEBUG=1

    Erzeugt Debug-Versionen aller ausführbaren Dateien und kopiert sie in ein \debug-Verzeichnis.

  • gmake -f nwgnumakefile install

    Erzeugt eine komplette Apache-Distribution mit ausführbaren Dateien, Dokumentationen und zusätzlichen Support-Dateien in einem \dist\Apache2-Verzeichnis.

  • gmake -f nwgnumakefile installdev

    Bewirkt das Gleiche wie der letzte Befehl, legt aber darüber hinaus die Verzeichnisse \lib und \include im Zielverzeichnis an und kopiert Header- und Importdateien.

  • gmake -f nwgnumakefile clean

    Bereinigt die \release oder \debug Einrichtungsbereiche von allen Objekt- und ausführbaren Dateien, wenn DEBUG definiert wurde.

  • gmake -f nwgnumakefile clobber_all

    Bewirkt das Gleiche wie der letzte Befehl und löscht zusätzlich das Distributionsverzeichnis, falls eines vorhanden ist.